Egal wie man (und wer) rechnet, Krankenhausinfektionen sind unwirtschaftlich!

Bereits wenige Jahre nach der verbindlichen Einführung des G-DRG Anfang der 2000er gab es gesundheitsökonomische Auswertungen zu den Kosten von Krankenhausinfektionen. So wurde aufgezeigt, dass MRSA Infektionen hohe wirtschaftliche Schäden verursachen, die nicht mit den DRG-Vergütungen abgedeckt werden und dass sich deren Vermeidung in jedem Fall rechnet.[7] Während MRSA-Infektionen tendenziell rückläufig sind, steigen 3-MRGN- und 4-MRGN-Infektionen im Bundesdurchschnitt an, welche im Vergleich zu MRSA-Infektionen noch einen höheren Mitteleinsatz erfordern. Aktuellere Auswertungen von Wilke und Heinlein aus 2014 bestätigen, dass Krankenhausinfektionen im gültigen Fallpauschalen-System nicht kostendeckend therapiert werden können.[8]

Dabei gibt es heutzutage deutlich mehr Chancen qualitätsorientierte Medizin zu betreibenals früher. Datengestütztes Infektions- und Hygienemanagement führt zu einer Operationalisierung von hygienischen Maßnahmen und somit zu einer nachhaltigen Optimierung des hygienischen Verhaltens des Personals.[9]

Lösungsansätze

1. Ein eigenes Innovationsbudget für Hygiene-Abteilungen

Ohne eigene Budget wird man selbst für Kleinigkeiten zum Bittsteller bei Verwaltungsorganen und kann nicht selbstständig über den Einsatz von als sinnvoll begutachteten Lösungen entscheiden. Technologische Innovationen werden nicht umsonst zur Verfügung gestellt. Ein eigenes Innovationsbudget schafft somit Handlungsfreiheit und die Basis für strukturierten, individuell steuerbaren Wandel. Elektronisches Händehygiene-Monitoring ist dabei ein Werkzeug von vielen, um qualitätsorientierte Medizin vorzuleben und nicht erst auf regulatorische Entscheidungen reagieren zu müssen.

2. Etablierung von Hygiene-Kennzahlen als Teil von Zielvereinbarungen mit Chefärzten/innen

Bislang werden mehrere Punkte seitens der Verwaltung mit Chefärzten/innen in Zielvereinbarungsgesprächen festgelegt. Hierzu gehören beispielsweise die Verweildauer von Patienten/innen, die Fallzahlen, der Case-Mix-Index, die Auslastung und viele weitere Kennzahlen, die über das Controlling gespiegelt werden. Warum werden nicht auch die Veränderungen von nosokomialen Infektionen in ähnlichem Maße in die Zielvereinbarungen implementiert? Die ökonomischen Auswirkungen sind bewiesen und haben genauso einen relevanten Einfluss auf die Deckungsbeitragsrechnung. Erst wenn auf unterschiedlichen Ebenen Leistungserbringer auch den ökonomischen Mehrwert von adäquater Hygiene spüren, kann ein nachhaltiger Wandel angestoßen werden.

Elektronisches Händehygiene-Monitoring kann permanent und reproduzierbar Informationen zum Desinfektionsverhalten in den 5-WHO-Momenten der Händehygiene liefern, ist einfach einzusetzen und im Vergleich zum Goldstandard kosteneffektiv. In der Gesamtschau der Argumente sollte zumindest der Einsatz von solchen Innovationen in jeder klinischen Einrichtung geprüft und ggf. pilotiert werden.

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